Stadt Oranienburg

Kurz hinter der Berliner Stadtgrenze liegt Oranienburg, Kreisstadt des Landkreises Oberhavel, mit mehr als 43.000 Einwohnern. 

 

Geschichte


Gegründet wurde die Stadt von Brandenburgs Kurfürst Friedrich Wilhelm und seiner Frau Louise Henriette von Oranien-Nassau. 1650 schenkte der Kurfürst ihr die Domäne Bötzow. Dort ließ die Kurfürstin 1652 ein Jagdschloss zu einem Barockschloss erweitern und nannte es Oranienburg. 1653 wurde dieser Name auch für die Stadt übernommen. In den Zeiten als Residenz des Kurfürstenpaares, danach ihres Sohnes König Friedrich I. in Preußen sowie anschließend Prinz August Wilhelm von Preußen (bis 1758) entwickelte sich die Stadt dynamisch.

 

In Zeiten der Industrialisierung wurde Oranienburg zum prosperierenden Industriestandort und in den 1920er Jahren zum beliebten Ausflugsziel der Berliner. Zu Beginn der 1930er Jahre wurde im Stadtzentrum eines der ersten KZs Deutschlands errichtet - das KZ Oranienburg. Mehr als 3000 Menschen waren dort bis zu seiner Schließung 1934 inhaftiert. Am Stadtrand entstand das KZ Sachsenhausen. Zwischen 1936 und 1945 waren dort mehr als 200.000 Menschen inhaftiert und Zehntausende wurden ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das KZ-Gelände 1945-1950 als Speziallager des Sowjetischen Geheimdienstes. Neben Funktionären des NS-Regimes starben hier auch tausende politische Gefangene und willkürlich Verhaftete.

Als Sitz von Chemie- und Rüstungsindustrie wurde Oranienburg während des Krieges massiv bombardiert. Große Teile der historischen Bausubstanz wurden zerstört und Bombenblindgänger erschweren bis heute die Stadtentwicklung.

 

Nach der Wende hat die Stadt viel in die Modernisierung der Infrastruktur investiert. Stand in den 1990er Jahren die Modernisierung von Straßen, Wasserleitungen, Strom- und Heizungsinfrastruktur im Vordergrund so wurde in den 2000er Jahren auch am Stadtbild gearbeitet. Unter anderem wurde das Schlossumfeld rekonstruiert, der Schlosshafen neu angelegt und der Schlosspark umgestaltet. Seit 2008 ist eine weltoffene Politik der "Toleranz" das Leitbild der Stadt. Seit 2008 ist die Stadt Partner des "Toleranten Brandenburg" und wurde im gleichen Jahr durch die Bundesregierung als „Ort der Vielfalt“ ausgezeichnet.

 

Politik


Seit der Kommunalwahl im September 2008 setzt sich die Stadtverordnetenversammlung wie folgt zusammen:


Bürgermeister: 1 Sitz
Fraktion SPD/Grüne: 12 Sitze
Fraktion Linke:  11 Sitze
Fraktion CDU/FDP:  8 Sitze
Fraktion FWO:  3 Sitze
NPD: 2 Sitze